Disziplinen & Turniere

3D-Bogenschießen: Regeln, Parcours und Wertung

· Redaktion Bogensportler

Zielstationen aus Schaumstoffblöcken mit Auflagen in einem Parcours am Hang

Beim 3D-Bogenschießen schießt du auf dreidimensionale Tierfiguren aus Schaumstoff, die in einem Parcours im Wald oder auf der Wiese stehen, und die Entfernung ist dir unbekannt. In Deutschland gelten dafür drei Regelfamilien: WA/DSB, DBSV und DFBV.

Kurz zusammengefasst

Im WA-3D-Format des Deutschen Schützenbunds schießt du 24 Ziele mit je zwei Pfeilen in jeweils 120 Sekunden. Die Zonen zählen 11, 10, 8 und 5 Punkte. Distanzen sind unbekannt: Recurve und Compound schießen von 10 bis 45 m (roter Pflock), Blankbogen, Langbogen und Instinktivbogen von 5 bis 30 m (blauer Pflock). Der DBSV und der DFBV nutzen eigene Wertungen mit teils nur einem gewerteten Pfeil. Prüfe deshalb vor jedem Turnier die Ausschreibung und das Regelwerk des Veranstalters.

Wie läuft ein 3D-Parcours ab?

Ein 3D-Parcours ist eine Folge von Stationen, die du in Gruppen von meist drei bis sechs Personen abgehst. An jedem Ziel schießt du vom Pflock aus und schätzt die Entfernung allein; Treffer notiert die Gruppe gemeinsam, danach gehen alle zum Ziel und ziehen die Pfeile.

Laut DSB-Disziplinenheft besteht die WA-3D-Runde aus 24 Zielen in vier Größengruppen, geschossen in 24 Passen zu je zwei Pfeilen mit 120 Sekunden Zeit pro Passe. Bei den kleinen Zielen der Gruppe 4 stehen zwei Ziele im Parcours, bei den übrigen entscheidet der Ausrichter. Nur die Pflockfarbe verrät, welche Spanne gilt. Der Hintergrund liegt im Wettkampfgedanken: Entfernung schätzen, Gelände lesen und Hang oder Schatten einrechnen gehört zur Disziplin.

Wie wird beim 3D-Bogenschießen gewertet?

In der WA/DSB-Wertung zählt die Zone, in der der Pfeil steckt: 11 Punkte für den innersten Ring, 10 und 8 für die weiteren Wertungsringe und 5 für den Körper des Tiers; ein Fehlschuss zählt null. Ein Maximum von 24 Zielen mit je zwei Pfeilen ergibt 528 Punkte als theoretischen Höchstwert, wenn jeder Pfeil in den 11er trifft.

Wie viel ein Pfeil zählt, ist keine Naturkonstante. Die folgende Übersicht zeigt drei Regelwerke, die in Deutschland nebeneinander existieren:

Regelwerk Ziele Pfeile je Ziel Wertung Zeit
WA/DSB 24 Ziele 2 Pfeile 11 / 10 / 8 / 5, Fehlschuss 0 120 s je Passe
DBSV (Waldrunde) bis 28 Stände je Runde bei der Meisterschaft bis zu 3 Pfeile, nur der erste Treffer zählt Zonen nach DBSV-Wettkampfordnung 3 min je Schütze oder Paar
DBSV (Kurzrunde) wie Waldrunde 1 Pfeil Zonen nach DBSV-Wettkampfordnung 1 min 30 s
DFBV (Dreipfeilrunde) 14 Ziele je Standardeinheit bis zu 3 Pfeile 1. Pfeil 20/18/16, 2. Pfeil 14/12/10, 3. Pfeil 8/6/4 laut Wettkampfordnung

Im Unterschied zu WA-Runden belohnt der DFBV den ersten Pfeil am höchsten: Wer beim ersten Pfeil trifft, kann maximal 20 Punkte holen, der dritte Pfeil höchstens 8. Die DBSV-Waldrunde endet bei der ersten sichtbaren Wertung.

Auch die Zieleinteilung unterscheidet sich. Der DFBV sortiert die Figuren in vier Zielgruppen nach der Größe der Wertungszone: Gruppe I ist die größte, Gruppe IV die kleinste. In der Einpfeilrunde liegen die Höchstentfernungen für Erwachsene bei 60, 45, 35 und 20 Yards (rund 55, 41, 32 und 18 m) für die Gruppen I bis IV. Je kleiner die Zone, desto näher steht der Pflock. Geschossen wird in Gruppen von drei bis sechs Personen, die Treffer gegenseitig bestätigen.

Praxis-Tipp aus der Redaktion

Lade vor dem ersten Turnier die Ausschreibung und das Regelwerk des Ausrichters herunter und lege dir eine Karte mit Pflockfarbe, Zeitlimit und Pfeilzahl pro Ziel an. Gerade beim Wechsel zwischen WA- und DBSV-Runden verlieren Neulinge Punkte, weil sie nach dem falschen Muster weiterschießen, etwa nach dem Treffer weitere Pfeile auf dasselbe Ziel setzen.

Welche Bogenklassen und Distanzen gelten?

Die Distanz hängt von der Bogenklasse ab: Im WA-3D-Format dürfen Recurve und Compound 10 bis 45 m schießen (roter Pflock), Blank-, Lang- und Instinktivbogen 5 bis 30 m (blauer Pflock). World Archery nennt für unbekannte Distanzen höchstens 30 m für Barebow, Instinctive und Longbow sowie 45 m für Compound. Zur Klasse Blankbogen findest du im Kompendium den Eintrag Blankbogen; im DSB gibt es den Langbogen nur in Feldbogen und 3D, Landesverbände führen teils eigene Langbogenklassen.

Damit du die Disziplin im Überblick verorten kannst, steht sie auch als Eintrag 3D-Bogenschießen im Kompendium.

Wie schätzt du Entfernungen im Gelände?

Du schätzt Entfernungen, indem du das Ziel mit bekannten Größen vergleichst und Hang sowie Licht einrechnest. World Archery weist darauf hin, dass Schützen bei unbekannten Distanzen Entfernung, Neigung und Schwerkraft selbst berücksichtigen müssen. Drei Hilfen funktionieren im Training zuverlässig:

  • Referenzgrößen: Lerne die Maße gängiger Tierfiguren und vergleiche ihre Breite im Blickfeld mit einer bekannten Größe, etwa der Daumenbreite am ausgestreckten Arm.
  • Hanglage: Bergauf und bergab ist die waagerechte Distanz kleiner als die Schrägdistanz; der Pfeil fällt über die waagerechte Strecke.
  • Training mit Maßband: Schätze im Training die Distanz, miss sie nach und schreibe die Abweichung auf, bis du im Schnitt weniger als zwei bis drei Meter daneben liegst.
Wichtiger Hinweis

Gehe im Parcours erst zum Ziel, wenn alle Schützen der Gruppe geschossen haben und das Kommando gegeben ist. Pfeile nie über Wege schießen, auf denen andere unterwegs sein können. Als Einsteiger schließt du dich einem Verein an und läufst die ersten Parcours mit erfahrenen Schützen.

Wo startest du als Einsteiger?

Du startest als Einsteiger mit einem Probetraining im Verein und einer Teilnahme an einem Vereins- oder Landesparcours. Frage beim Verein gezielt nach einem Probetraining mit Parcours-Teilnahme. Die Verbände Deutscher Schützenbund und DBSV veröffentlichen Termine für 3D-Turniere und Regelwerke.

Ein typischer Denkfehler ist, die Entfernung am Stand für Schaumstofftiere wie auf der Scheibe zu behandeln. Im Parcours schwanken die Distanzen zwischen sehr nah und weit, und der Wechsel zwischen den Pflöcken kostet Zeit. Im WA-Format bleiben dir 120 Sekunden für zwei Pfeile, also im Schnitt 60 Sekunden je Pfeil für Schätzen, Standplatz und Schuss.

Für den Einstieg reichen ein Bogen deiner Klasse, Pfeile mit stumpfen oder festen Feldspitzen und ein Köcher. Zielen lernst du über Distanzgefühl, passende Methoden stehen im Bereich Disziplinen & Turniere und im Artikel zum Zielen.

Das Wichtigste in Kürze

  • 3D schießt du auf Schaumstoff-Figuren im Parcours, die Entfernung ist unbekannt.
  • WA/DSB: 24 Ziele, 2 Pfeile, 120 Sekunden, Zonen 11/10/8/5.
  • Recurve und Compound schießen 10 bis 45 m, Blank-, Lang- und Instinktivbogen 5 bis 30 m.
  • DBSV und DFBV haben eigene Wertungen, oft mit nur einem gewerteten Pfeil.
  • Lies vor jedem Turnier die Ausschreibung des Ausrichters.

Häufige Fragen

Darf man im 3D-Parcours Entfernungsmesser benutzen?

In Wettkämpfen mit unbekannten Distanzen nach den gängigen Regelwerken nicht. Im Training darfst du einen Entfernungsmesser zum Üben nutzen.

Wie viele Punkte kann man im WA-3D-Format maximal holen?

24 Ziele mit je zwei Pfeilen und maximal 11 Punkten ergeben 528 Punkte.

Welche Pfeilspitzen sind erlaubt?

Auf Schaumstoff-Zielen sind Feld- oder Zielspitzen üblich. Welche Spitzen und Gewichte erlaubt sind, regelt die Ausschreibung des Ausrichters.

Kann man 3D auch mit Recurve ohne Visier schießen?

Ja, in der Blankbogenklasse. Dann gilt der blaue Pflock mit 5 bis 30 m.

Quellen

Stand: Oktober 2026

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