Bogen & Aufbau

Auszugslänge

Kurz erklärt: Die Auszugslänge ist die Strecke, über die ein Schütze die Sehne beim Spannen bis zu seinem Ankerpunkt zurückzieht, und sie bestimmt die passende Pfeillänge.

Wie man sie ermittelt

Eine einfache Faustformel nutzt die Spannweite: Arme seitlich ausstrecken, Länge von Fingerspitze zu Fingerspitze in Zentimetern messen, durch 2,5 teilen, und du erhältst grob die Auszugslänge in Zoll. Genauer ist ein Wert, den ein Trainer am Bogen abliest, während du anschlägst. Die Zahl gilt dann als Bezugsgröße für Pfeile und Wurfarmen.

Warum sie so viel entscheidet

  • Pfeillänge: Der Schaft muss etwas über das Mittelteil hinausragen, aber nicht zu weit.
  • Zuggewicht: Jeder Zoll mehr oder weniger verändert die Kraft.
  • Compound-Einstellung: Cams werden auf die Auszugslänge abgestimmt, anders sitzt der Let-off falsch.

Standardwerte und Individualisierung

Als Norm für Zuggewichtsangaben gilt ein Auszug von 28 Zoll. Viele Erwachsene liegen darüber oder darunter. Kinder haben deutlich kürzere Werte, die mit dem Wachstum zunehmen; hier wird die Pfeillänge regelmäßig angepasst.

Beachte: Die Auszugslänge ist keine feste Körpergröße. Haltung, Ankerpunkt und Technik beeinflussen sie. Wer von Fingern auf Release wechselt, verändert oft seinen Auszug um einen halben Zoll oder mehr. Messe daher nach einem Systemwechsel neu.

Ein Praxistipp: Lass dich mit einem Maßpfeil messen, einem langen Schaft mit Skala, den du im Anschlag ziehst, während ein Trainer die Länge abliest. Beim ersten Mal sind Haltung und Anker oft noch nicht stabil, deshalb lohnt eine Wiederholung nach einigen Wochen. So gelangst du zu einem Wert, der zu deinem tatsächlichen Schuss passt. Wächst ein Jugendlicher, lohnt sich die Messung mindestens einmal pro Saison, damit Pfeile nicht plötzlich zu kurz werden.

Quelle: World Archery – Rulebook · Stand: Oktober 2026