Bogen & Aufbau

Zuggewicht

Kurz erklärt: Das Zuggewicht ist die Kraft, die nötig ist, den Bogen bis zur Normauszugslänge zu spannen, gemessen meist in englischen Pfund (lbs).

Bedeutung und Maßeinheit

Die Angabe lautet beispielsweise „30 lbs @ 28 Zoll“. Ein englisches Pfund entspricht etwa 0,45 Kilogramm, 30 lbs sind also grob 13,6 kg. Weicht dein Auszug von den genormten 28 Zoll ab, verändert sich der Wert: Als Faustregel nimmt das Gewicht pro Zoll mehr oder weniger um etwa zwei bis drei Pfund zu oder ab, je nach Bogenbauart.

Welches Gewicht passt?

Wichtiger als Leistung ist Kontrolle. Wer zu viel spannt, hebt den Bogen mit der Schulter an, zittert und verkrampft. Typische Hinweise aus dem Trainerumfeld:

  • Kinder und Jugendliche starten mit sehr leichten Bögen, oft weit unter 20 lbs.
  • Erwachsene Anfänger beginnen meist im unteren Bereich und steigern langsam.
  • Das Gewicht sollte sich so oft wie nötig wiederholt sauber halten und lösen lassen.

Besonderheiten

Beim Compound gilt das Maximalgewicht nur auf dem Weg zum Valley; im Vollauszug trägst du wegen Let-off weniger. Bei Wurfarmen mit Wechselmöglichkeit lässt sich das Gewicht meist über die Stellschrauben um ein paar Pfund verändern.

Ein Test: Kannst du den Bogen zehnmal hintereinander ohne Zittern bis zum Anker ziehen und bis zu fünf Sekunden halten? Falls nicht, ist der Bogen vermutlich zu stark. Das Zuggewicht gehört zu den Dingen, die man besser langsam steigert.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Zielsetzung. Wer Spaß am Freizeitschießen sucht, braucht kein hohes Gewicht, denn Pfeile fliegen auch mit moderater Kraft sauber. Im Wettkampf zählt vor allem, dass das gewählte Gewicht über viele Pfeile hinweg beherrschbar bleibt. Viele erfolgreiche Schützen liegen deutlich unter dem, was sie theoretisch spannen könnten.

Quelle: World Archery – Rulebook · Stand: Oktober 2026