Technik

Zielbild

Kurz erklärt: Das Zielbild ist das, was ein Schütze im Moment des Zielens sieht: das Zusammenspiel von Ziel, Visier oder Pfeilspitze und Sehne.

Was zum Zielbild gehört

Bei Visierschützen sieht das Auge einen Zielpunkt, der auf der Scheibenmitte liegt. Darum herum erscheint das Mittelteil verschwommen, die Scheibe leicht unscharf. Mit einem Peep Sight kommt noch ein Ring dazu, den das Auge zentriert. Beim Blankbogen dient die Pfeilspitze als Orientierung, beim instinktiven Schießen entsteht das Bild aus der Wahrnehmung des gesamten Bogens.

Worauf es ankommt

  • Konstanz: Das Bild soll bei jedem Schuss gleich aussehen.
  • Fokus: Das Ziel bleibt oft scharf, Visier und Pfeil unscharf, oder umgekehrt.
  • Ruhe: Zittern gehört dazu, sein Ausmaß verringert sich mit Training.

Übungen

Ein bewährtes Training ist das Blind-Bale-Schießen. Du schießt mit geschlossenen Augen auf eine nahe Scheibe und konzentrierst dich ganz auf das Körpergefühl. Danach öffnest du die Augen und vergleichst. So lernst du, Zielbild und Körper zu verbinden.

Es hilft, das Zielbild nicht zu lange zu halten. Wer zu lange zielt, ermüdet und beginnt zu korrigieren. Besser ist es, nach kurzer Zeit zu lösen oder abzusetzen. So bleibt die Wahrnehmung frisch.

Wer neu startet, sollte das Zielbild mit dem Trainer besprechen, denn Augendominanz und Brille spielen eine Rolle.

Bei Änderungen am Material verändert sich häufig auch das Zielbild. Ein längeres Visier, ein anderes Peep oder ein neuer Stabilisator verschiebt die Wahrnehmung. Gib dir deshalb Zeit, das neue Bild zu verinnerlichen, bevor du es im Wettkampf einsetzt, und schreibe dir auf, woran du es erkennst.

Quelle: World Archery – Rulebook · Stand: Oktober 2026