Technik

Gap-Shooting

Kurz erklärt: Gap-Shooting ist eine Zieltechnik ohne Visier, bei der der Schütze die Pfeilspitze bewusst über oder unter das Ziel setzt und den Abstand, den Gap, als Referenz nutzt.

So funktioniert die Methode

Auf einer bestimmten Distanz sieht der Schütze das Ziel in einem festen Abstand zur Pfeilspitze. Dieser Abstand, der Gap, wird aus Erfahrung gelernt: Auf zehn Metern etwa deckt die Spitze das Ziel ab, auf zwanzig Metern liegt sie eine Handbreit darunter. Mit den gespeicherten Bildern lässt sich auf jede Entfernung korrigieren.

Von der Theorie zur Praxis

  • Notiere zu jeder Distanz, wie viel von der Scheibe über der Pfeilspitze sichtbar ist.
  • Nutze markante Punkte am Ziel als Referenz.
  • Prüfe die Werte regelmäßig bei Wind und Licht.

Abgrenzung

Beim instinktiven Schießen gibt es keine festen Referenzen, hier schon. Beim Stringwalking ändert sich dagegen die Fingerposition an der Sehne, nicht die Pfeilspitzenhöhe. Gap-Shooting ist ein Zwischenstück: strukturierter als reine Intuition, schlichter als Visierschießen.

In Klassen ohne Visier wird die Methode häufig genutzt, weil sie verlässlich ist und trotzdem keine Hilfsmittel erfordert. Ihre Grenze zeigt sich bei Distanzen ab etwa vierzig Metern, wenn der Gap fast die ganze Scheibe überdeckt. Dann wechseln viele Schützen zu Stringwalking oder Facewalking.

Ein wichtiger Punkt: Die Bilder gelten nur für denselben Pfeil und dasselbe Zuggewicht. Wer Material wechselt, beginnt neu.

Ein praktisches Hilfsmittel ist eine Gap-Tabelle, die du am Bogen oder in der Tasche mitführst. Darin stehen Distanzen und die dazugehörigen Referenzbilder, zum Beispiel als Skizze. Nach einigen Wochen brauchst du sie kaum noch, weil das Gedächtnis die Werte speichert. Anfangs spart sie jedoch viel Ausprobieren.

Quelle: World Archery – Rulebook · Stand: Oktober 2026