Kurz erklärt: Face-Walking ist eine Zieltechnik beim Blankbogen, bei der der Schütze seinen Ankerpunkt am Gesicht verschiebt, um verschiedene Entfernungen zu treffen.
Das Prinzip
Im Gegensatz zum Stringwalking bleiben die Finger an derselben Stelle der Sehne. Stattdessen wandert die Hand am Gesicht: Bei kurzen Distanzen sitzt der Anker höher, bei weiten Distanzen tiefer, oft bis an den Hals. Dadurch ändert sich der Winkel des Pfeils, ohne dass die Fingerposition wechselt.
Vor- und Nachteile
- Vorteil: Einfacher als Stringwalking, weil die Sehnenhöhe konstant bleibt.
- Nachteil: Die Ankerpunkte sind schwerer zu markieren, da sich Haut und Kiefer bewegen.
- Grenze: Die Methode wird bei sehr kurzen Distanzen ungenau, weil der Anker nicht beliebig hoch liegen kann.
Training
Um Konstanz zu gewinnen, markieren Schützen sich Positionen mit Pflaster oder Stift oder nutzen Referenzpunkte wie Mundwinkel, Wangenknochen und Ohr. Wichtig ist, dass der Kopf stabil bleibt, sonst wandert das Zielbild mit.
Beide Techniken, Face- und Stringwalking, werden manchmal kombiniert: Die grobe Einstellung erfolgt über die Fingerstellung, die feine über den Anker. In offenen Klassen ist das erlaubt, in den Regeln der World Archery für Barebow wird auf jede Hilfe zur Orientierung am Bogen verzichtet.
Wer mit Face-Walking beginnt, schreibt am besten Entfernung, Ankerpunkt und Trefferbild in ein Heft.
Als Faustregel gilt, dass Face-Walking für Schützen interessant ist, die mit festem Fingergriff arbeiten und das Verschieben der Hand an der Sehne als störend empfinden. Probiere beide Varianten aus und vergleiche Treffbilder über mehrere Trainings. Welche Methode besser passt, ist individuell und lässt sich nur praktisch herausfinden.
Quelle: World Archery – Rulebook · Stand: Oktober 2026