Kurz erklärt: Stringwalking ist eine Zieltechnik, bei der die Zughand je nach Entfernung an der Sehne nach unten wandert, sodass die Pfeilspitze stets auf das Ziel zeigt.
Das Verfahren
Nahes Ziel: Die Finger greifen höher an der Sehne, der Pfeil zeigt leicht nach oben. Weites Ziel: Die Finger wandern nach unten, der Pfeil liegt höher am Bogen und die Bogenbahn gleicht den Fall aus. Weil die Nocke zugleich nach unten rutscht, muss der Nockpunkt an der Sehne wohldefiniert sein.
Marken und Tabellen
Um zu wissen, wie weit zu „laufen“ ist, nutzt der Schütze Markierungen auf der Sehne oder Zwischenschritte in Zentimetern. Eine Tabelle pro Distanz ersetzt das Visier. Aufgrund der Hebelverhältnisse verändert sich der Ankerpunkt: Die Hand liegt am Kinn tiefer, die Sehne wandert in Richtung Lippe.
Regeln und Einsatz
- Im Blankbogen-Bereich der World Archery erlaubt, sofern keine Visierhilfe genutzt wird.
- Nutzbar auf Distanzen ab etwa 20 Metern.
- Verlangt hohe Konstanz der Zughand.
Der Vorteil: Das Zielbild bleibt gleich, nur die Fingerstellung ändert sich. Der Nachteil: Die Sehne lenkt den Pfeil stärker, was Tuning erfordert, und die Methode ist anspruchsvoller zu lernen.
Wer neu damit beginnt, sollte Distanzen in kleinen Schritten üben und Aufzeichnungen führen. Nach einiger Zeit läuft die Technik automatisch.
Der Technik-Wechsel verlangt auch ein angepasstes Material. Pfeile sollten etwas länger sein, damit sie bei tiefer Fingerposition noch sicher auf der Auflage liegen. Zudem benötigt der Bogen einen sauber positionierten Nockpunkt. Probiere Änderungen zunächst auf Kurzdistanz, bis das Treffbild stimmt, und verlängere dann schrittweise. Verwende klare Markierungen auf der Sehne, zum Beispiel feine Fäden, die du beim Greifen ertasten kannst.
Quelle: World Archery – Rulebook · Stand: Oktober 2026