Kurz erklärt: Der Nockpunkt ist eine Markierung oder Klemme auf der Sehne, die festlegt, an welcher Höhe der Pfeil angelegt wird.
Wozu er dient
Ohne Nockpunkt würde der Pfeil bei jedem Auflegen an einer anderen Stelle sitzen. Damit er reproduzierbar auf gleicher Höhe liegt, wird ein Metallring, eine Wicklung oder ein Klemmstück an der Sehne befestigt. Der Pfeil sitzt direkt darunter, und die Nocke liegt am Punkt an.
Die richtige Höhe
Üblich ist ein kleines Stück oberhalb des rechten Winkels zwischen Pfeil und Sehne. Gemessen wird mit einem Nockpunktzirkel oder Winkel. Je nach Bogen und Schussweise liegt der Wert im Millimeterbereich nach oben. Stell zuerst grob ein, dann feinjustiere mit einem Papiertest: Ein Riss mit dem Schwanz nach oben deutet auf einen zu niedrigen Nockpunkt, ein Schwanz nach unten auf einen zu hohen.
Varianten
- Messing-Klemmnockpunkt: wird mit einer Zange angedrückt.
- Gewickelter Nockpunkt: aus Garn gebunden, sehr leicht.
- Nockpunkt-Gummi: sitzt per Reibung auf der Wicklung.
Beim Fingerschuss sitzen oft zwei Punkte, einer oberhalb und einer unterhalb des Pfeils, damit er auch bei Fingerzug nicht verrutscht. Compound-Schützen nutzen häufig eine D-Schlaufe, die den Nockpunkt ersetzt. Kontrolliere ihn nach jedem Sehnenwechsel und nach Veränderung der Standhöhe.
Wer den Nockpunkt selbst anbringt, braucht einen passenden Zirkel und etwas Geduld. Setze ihn zunächst provisorisch mit Klebeband, schieße einige Pfeile und verschiebe ihn erst, wenn das Treffbild stabil ist. Einmal festgeklemmt, lässt sich ein Messingpunkt nur schwer entfernen, ohne die Sehne zu beschädigen. Ein verrutschter Nockpunkt ist eine der häufigsten Ursachen für plötzlich schwankende Treffer, deshalb gehört seine Kontrolle zur Routine vor jedem Training.
Quelle: World Archery – Rulebook · Stand: Oktober 2026