Kurz erklärt: Die Sehne ist das Seil zwischen den Wurfarmspitzen, das die Kraft des gespannten Bogens an den Pfeil weitergibt.
Aufbau und Materialien
Eine Sehne besteht aus mehreren Strängen, die zu Schlaufen an den Enden gelegt und in der Mitte mit einer Wicklung geschützt werden. Für Sportbögen kommen moderne Fasern wie Dyneema oder Vectran zum Einsatz, die kaum dehnen. Dacron ist weicher und dehnbar, bei Einsteigern und alten Langbögen üblich, weil es Wurfarme schont.
Kennwerte
- Strangzahl: mehr Stränge ergeben eine dickere, robustere Sehne.
- Länge: muss zum Bogen passen, sonst stimmt die Standhöhe nicht.
- Dehnung: niedrig bei Hochleistungsfasern, höher bei Dacron.
Pflege und Wechsel
Regelmäßiges Wachsen verlängert die Lebensdauer. Achte auf ausgefranste Fasern, gelöste Wicklungen oder gezackte Stellen; sie sind Warnzeichen. Eine gerissene Sehne unter Last kann den Bogen beschädigen und Personen verletzen, deshalb wird sie rechtzeitig getauscht.
Der Aufzug erfolgt mit Bogenspanner oder Stufenschlinge, nie von Hand ohne Hilfe. Nach dem Aufspannen kontrollierst du die Standhöhe und stellst gegebenenfalls durch Drehen der Sehne nach.
Als grobe Faustregel hält eine gut gepflegte Sehne mehrere Tausend Schuss. Wettkampfschützen wechseln früher, weil kleine Veränderungen im Treffbild zählen.
Gute Sehnenbauer fertigen individuell nach Bogenmaß und Wunschstrangzahl. Wer neu startet, lässt sich beraten und notiert die Maße, damit Nachbestellungen identisch ausfallen. Eine Ersatzsehne gehört in jede Bogentasche, denn bei Wettkämpfen reißt die Sehne meist im ungünstigsten Moment, und ein passender Ersatz rettet den Tag. Prüfe vor jedem Wettkampf kurz Schlaufen, Wicklung und Nockpunkt, damit keine Überraschungen den Start stören.
Quelle: Wikipedia – Bogensehne · Stand: Oktober 2026