Kurz erklärt: Der mediterrane Griff ist eine Fingerhaltung an der Sehne, bei der der Zeigefinger über und Mittel- und Ringfinger unter dem Pfeil liegen.
Fingerverteilung
Beim klassischen mediterranen Griff liegt der Pfeil zwischen Zeige- und Mittelfinger. Zeigefinger oben, Mittel- und Ringfinger darunter, wobei die Nocke leicht in der Beuge des Zeigefingers sitzt. Der Name ist historisch: Die Methode war bei Bogenschützen der Mittelmeerraum-Kulturen üblich.
Vergleich mit anderen Griffen
- Split-Finger: Zeigefinger oben, Mittelfinger unten, Ringfinger unten daneben, wie beim mediterranen Griff; Standard im olympischen Recurve.
- Dreifinger-Unter-Griff: alle drei Finger unter dem Pfeil, vor allem bei Barebow und Traditionell.
- Mongolischer Griff: Daumenzug, historisch bei Reiterbögen.
Eigenschaften
Der mediterrane Griff gilt als relativ ruhig, weil die Finger den Pfeil nicht kneifen. Der Pfeil wird nicht gehalten, sondern geführt. Beim Lösen entspannen sich die Finger, die Sehne läuft über die Kuppen.
Wichtig ist ein passendes Tab oder ein Handschuh, um Druckstellen zu vermeiden. Auch die Fingerspannung zählt: Zu viel Druck verdreht die Sehne, zu wenig lässt sie rutschen. Probiere verschiedene Griffe, um zu sehen, welcher dir liegt, denn Handform und Fingerlänge variieren stark.
In vielen Vereinen wird der mediterrane Griff mit Kindern geübt, weil er auch mit kleinen Händen funktioniert. Er verteilt den Druck auf mehrere Fingerkuppen und senkt die Gefahr von Blasen. Mit wachsender Kraft kann der Schütze später zu einem anderen Griff wechseln, falls ihm das Gefühl dort besser liegt. Wenn die Nocke klemmt oder der Pfeil beim Auszug herunterfällt, kann ein leichtes Nachjustieren der Nockposition helfen.
Quelle: Wikipedia – Bogenschießen · Stand: Oktober 2026