Technik

Lösen

Kurz erklärt: Das Lösen ist der Moment, in dem der Schütze die Sehne freigibt und der Pfeil abgeschossen wird.

Wie ein gutes Lösen aussieht

Beim Fingerschuss wird nicht gezupft, sondern entspannt. Die Finger öffnen sich, während die Rückenspannung weiterläuft. Die Sehne gleitet dadurch von selbst über die Fingerkuppen, die Hand rutscht ein Stück zurück. Wer die Finger aktiv aufreißt, verschiebt die Sehne seitlich und der Pfeil weicht ab.

Bei Release-Geräten verändert sich die Aufgabe: Das Gerät hält die Sehne, der Schütze löst über Rückenspannung oder Daumenknopf. Gute Schützen lassen den Schuss „überraschend“ fallen, damit sie nicht flinchen.

Häufige Probleme

  • Plucking: Die Hand zieht die Sehne seitlich weg.
  • Flinching: Der Körper reagiert im Voraus auf den Knall.
  • Zu frühes Entspannen: Die Zughand fällt, bevor der Pfeil die Auflage verlassen hat.

Übungen

Schieße ohne Scheibe in die Wand oder auf kurze Distanz, um dich auf den Ablauf zu konzentrieren. Beim Blankbogen-Training hilft das sogenannte „Bale Shooting“, bei dem du nur Lösen und Haltung beobachtest.

Ein sauberes Lösen entsteht nicht in der Hand, sondern im Rücken. Es zeigt sich an der Bewegung hinterher: Wenn die Hand wie von selbst nach hinten geht, hast du es richtig gemacht. Das Nachhalten beschreibt, was danach passiert.

Ein hilfreiches Bild: Stell dir vor, die Finger sind ein Haken, den du einfach öffnest. Die Kraft des Bogens erledigt den Rest. Wer das verinnerlicht, hört auf, aktiv etwas zu tun, und konzentriert sich auf den Rücken. Filme dich von der Seite und achte darauf, ob die Hand nach hinten gleitet oder zur Seite kippt.

Quelle: World Archery – Rulebook · Stand: Oktober 2026