Technik

Zughand

Kurz erklärt: Die Zughand ist die Hand, die beim Spannen die Sehne zurückzieht, am Anker hält und beim Lösen wieder freigibt.

Aufgabe

Sie ist die Verbindung zwischen Körper und Sehne. Beim Fingerschuss liegen drei Finger an der Sehne, beim Release hält ein Gerät die Sehne. In beiden Fällen sollte die Hand locker bleiben, damit die Kraft aus dem Rücken kommt und nicht aus den Fingern.

Merkmale einer guten Zughand

  • Gerades Handgelenk: Es bildet die Verlängerung des Unterarms.
  • Haken statt Griff: Die Finger sind eingehakt, nicht geklammert.
  • Ruhige Position: Die Hand liegt am Anker und bewegt sich nicht.

Typische Probleme

Zu fester Druck führt zu Verkrampfung und Plucking. Eine zu schwache Hand lässt die Sehne zu früh frei. Falsche Fingerpositionen verdrehen die Sehne und beeinflussen den Pfeil.

Zum Üben eignen sich Trockenübungen mit Gummiband oder Trainingsbogen. Beim Spannen sollten die Schulterblätter zusammenrücken und die Hand erst im Anker zur Ruhe kommen. Beim Lösen entspannen sich die Finger, die Hand bleibt dabei im Rücken.

Welche Finger und welche Haltung du nutzt, hängt von Bogenart und Stil ab. Die Zughand bei Compound mit Release unterscheidet sich stark vom Recurve-Schützen. Ein Trainer kann beide Haltungen vergleichen und die passende empfehlen.

Eine Eigenheit: Wer die Zughand nach dem Lösen auffällig schnell fallen lässt, verrät damit oft, dass der Rücken nicht mitarbeitet. Das Gegenmittel ist Geduld. Halte die Position bewusst eine Sekunde länger und beobachte, wie sich Rhythmus und Gruppierung der Pfeile verändern. Diese Kleinigkeit hebt viele Schützen auf eine neue Stufe. Ein Trockenzug mit Gummiband schult das Gefühl für die lockere Hand, ohne dass der Bogen belastet wird.

Quelle: World Archery – Rulebook · Stand: Oktober 2026