Kurz erklärt: Nachhalten bezeichnet das bewusste Beibehalten der Körperhaltung und Zielausrichtung nach dem Lösen, bis der Pfeil die Scheibe erreicht hat.
Warum das nötig ist
Der Pfeil verlässt den Bogen innerhalb von Millisekunden, aber der Bogen ist da noch in Bewegung. Wer sofort den Arm fallen lässt, verändert Richtung und Spannung, bevor die Sehne vollständig abgelaufen ist. Im Englischen heißt das Follow-through. Es sorgt dafür, dass die Kraftlinie bis zum Schluss stimmt.
Bestandteile
- Haltung des Bogenarms: bleibt ausgestreckt und zeigt aufs Ziel.
- Zughand: bewegt sich entlang der Rückenlinie nach hinten.
- Blick: bleibt am Ziel, bis der Pfeil steckt.
- Atmung: ruhig weiter, kein Luftanhalten.
Üben
Trainer lassen Schützen oft eine Sekunde regungslos in der Endhaltung verharren. Hilfreich ist es, den Pfeil im Flug zu verfolgen. Ein Video von der Seite zeigt, ob der Bogen nach vorn kippt oder die Position gehalten wird.
Gerade bei kurzen Pfeilflugzeiten, wie in der Halle, wird das Nachhalten gern vergessen. Dabei trennt sich hier Gewohnheit von Technik. Ein Schütze, der den Schuss „zu Ende denkt“, entwickelt Rhythmus und Selbstvertrauen. Wer abbricht, bevor der Pfeil trifft, trainiert unbewusst das Gegenteil.
Eine Faustformel: Du hältst, bis das Geräusch des Einschlags kommt.
Im Wettkampf zeigt sich ein gutes Nachhalten oft darin, dass Schützen auch nach einem schlechten Schuss ruhig bleiben. Sie analysieren in Gedanken, was passiert ist, und führen den Ablauf beim nächsten Pfeil sauber aus. Dieser mentale Aspekt macht aus einer rein körperlichen Übung einen wichtigen Teil der Wettkampfroutine. Auch ein kurzer Blick auf die Pfeilgruppe nach der Passe zeigt, ob Nachhalten und Lösen zusammen funktionieren.
Quelle: World Archery – Rulebook · Stand: Oktober 2026