Bogen & Aufbau

Wurfarme

Kurz erklärt: Wurfarme sind die elastischen Bauteile eines Bogens, die beim Spannen Energie speichern und sie beim Lösen auf Sehne und Pfeil übertragen.

Funktionsprinzip

Jeder Wurfarm ist eine Feder. Beim Aufziehen werden Oberseite auf Druck und Unterseite auf Zug belastet, die dort gespeicherte Energie wird beim Lösen freigegeben und beschleunigt den Pfeil. Je schneller und sauberer ein Wurfarm in seine Ausgangsform zurückschwingt, desto effizienter arbeitet der Bogen.

Aufbau

Moderne Wurfarme bestehen aus einem Kern, meist Holz oder Schaum, der von Glasfaser- oder Carbonlaminaten eingefasst ist. Der Kern gibt Form und Stabilität, die Außenschichten tragen die Last. Bei Naturholzbögen entsteht das Ganze aus einem einzigen Stück Holz, etwa Esche oder Eibe; diese Konstruktion reagiert empfindlicher auf Feuchtigkeit und verlangt ein vorsichtigeres Auszugsverhalten.

Worauf es in der Praxis ankommt

  • Zuggewicht: auf dem Wurfarm aufgedruckt, gilt für eine bestimmte Auszugslänge.
  • Länge: kurz, mittel oder lang, abhängig von Mittelteil und Körpergröße.
  • Verzug: Verdrehte Wurfarme erkennt man an der Sehne, die nicht mittig läuft.
  • Pflege: trocken lagern, nicht gespannt liegenlassen, Lack auf Risse prüfen.

Der Vorteil getrennter Wurfarme: Du kannst im Lauf der Zeit stärkere nehmen, ohne ein neues Mittelteil zu kaufen. Als Faustregel steigert man das Gewicht in kleinen Schritten, damit Technik und Muskulatur mithalten.

Zwischen Einsteiger- und Wettkampfwurfarmen liegt vor allem der Unterschied im Kern und in der Fertigungstoleranz. Preiswerte Paare funktionieren zuverlässig, verlieren aber bei gleichem Zuggewicht etwas an Geschwindigkeit und Ruhe. Beim Austausch solltest du immer beide Wurfarme zusammen wechseln, damit Länge, Gewicht und Verhalten identisch bleiben. Beschrifte beide Arme bei Lagerung mit oben und unten, damit sie nicht vertauscht werden.

Quelle: Wikipedia – Bogen (Waffe) · Stand: Oktober 2026