Kurz erklärt: Cams sind die exzentrisch geformten Rollen am Ende der Wurfarme eines Compoundbogens, die das Zuggewicht über den Auszug verändern und den Let-off ermöglichen.
Wie Cams funktionieren
Eine runde Rolle würde das Zuggewicht gleichmäßig weitergeben. Eine Cam ist dagegen unrund: Beim Spannen läuft die Sehne über einen sich ändernden Radius, und die Hebelverhältnisse verschieben sich. Zunächst steigt der Kraftbedarf bis zur Spitze, dann fällt er stark ab. Dadurch kann man das Spannungsniveau im Vollauszug niedrig halten, während der Pfeil dennoch mit hoher Energie startet.
Bauformen
- Einzel-Cam: eine Cam oben oder unten, einfach und stabil.
- Hybrid-Cam: Mischung aus Cam und Rolle, populär im Freizeitbereich.
- Dual-Cam: zwei gleiche Cams, die synchron laufen müssen.
- Binary-Cams: zwei gekoppelte Cams, die sich gegenseitig steuern.
Praxis und Pflege
Die Cams müssen exakt abgestimmt sein, sonst fliegen Pfeile unruhig. Die Einstellung betrifft vor allem die Auszugslänge und die Timing-Marken. Am besten überlässt du Änderungen einem Fachbetrieb mit Bogenpresse, bis du Erfahrung hast.
Aggressive Cams liefern mehr Geschwindigkeit, sind aber weniger verzeihend im Valley. Sanftere Konstruktionen schonen die Schulter und eignen sich für Einsteiger. Prüfe regelmäßig die Sehne auf Fransen und die Cams auf Beschädigung.
Der Erfinder des modernen Compoundbogens, Holless Wilbur Allen, patentierte das Prinzip der exzentrischen Rollen in den 1960er-Jahren. Seitdem entwickelte sich die Cam-Technik laufend weiter: Aus runden Scheiben wurden Systeme, die Geschwindigkeit, Ruhe und Haltegewicht gezielt gegeneinander abwägen. Vor dem Kauf lohnt deshalb ein Probeschuss mit mehreren Modellen. Wenn du Pfeile mit hörbarem Nachschwingen oder ungleichmäßiger Sehnenbewegung bemerkst, ist das ein Hinweis auf ein Timing-Problem der Cams.
Quelle: Wikipedia – Compoundbogen · Stand: Oktober 2026