Pfeil & Material

Spine

Kurz erklärt: Der Spine bezeichnet die statische Biegesteifigkeit eines Pfeilschafts und entscheidet darüber, ob der Pfeil zum Zuggewicht des Bogens passt.

Messung und Zahlenwerte

Gemessen wird nach einem festen Schema: Ein 28 Zoll langes Schaftstück liegt auf zwei Auflagern im Abstand von 26 Zoll, in der Mitte hängt ein Gewicht von 1,94 Pfund (880 Gramm). Die Durchbiegung in Tausendstel Zoll ergibt den Spine-Wert. Eine Angabe wie 500 bedeutet, dass sich der Schaft um 0,500 Zoll biegt. Merke: Je kleiner die Zahl, desto steifer der Schaft.

Warum Spine passen muss

Beim Abschuss knickt der Pfeil seitlich und schwingt zurück, das ist das Bogenschützenparadoxon. Ist der Schaft zu weich, kippt er zu stark, die Spitze weist am Ziel vorbei. Ist er zu steif, schwingt er zu wenig und fliegt in die Gegenrichtung ab. Beides zeigt sich im Treffbild.

  • Mehr Zuggewicht verlangt steifere Schäfte.
  • Längere Pfeile werden weicher, kürzere steifer.
  • Schwerere Spitzen machen den Pfeil dynamisch weicher.

Auswahl in der Praxis

Die Hersteller liefern Tabellen: Zuggewicht, Auszugslänge und Spitzengewicht ergeben einen empfohlenen Spine. Das ist ein Startwert, den du mit Papier- oder Bare-Shaft-Test prüfst. Beim Kauf kaufst du am besten einen Satz in der Mitte der Bandbreite und kürzt zum Feintuning den Schaft.

Bei Holzpfeilen wird der Spine in Pfund angegeben, nicht in Zoll, und es gelten andere Tabellen.

Neben dem statischen Spine spricht man auch vom dynamischen Spine. Er beschreibt, wie sich der Schaft im Flug tatsächlich verhält, und wird durch Zuggewicht, Spitzengewicht, Länge und Bogen beeinflusst. Nur der dynamische Wert zeigt, ob der Pfeil im System wirklich funktioniert. Deshalb ersetzen Tabellen nie den Test auf dem Platz.

Quelle: Easton – Arrow Spine Guide · Stand: Oktober 2026