Kurz erklärt: Fistmele ist der traditionelle Ausdruck für die Standhöhe, also den Abstand zwischen Griffstück und gespannter Sehne im Ruhezustand des Bogens.
Herkunft des Begriffs
Der Name stammt aus dem Englischen: Früher legte man die Faust (englisch fist) auf den Griff, streckte den Daumen nach oben und schaute, ob die Sehne etwa die Daumenspitze berührte. Diese Spanne diente als grobe Maßeinheit, ganz ohne Lineal. Heute ist der Begriff vor allem bei Langbogen- und Primitivschützen gebräuchlich.
Von der Faustspanne zum Messwert
Mit dem Daumenaufsatz kam man je nach Handgröße auf rund 15 bis 18 Zentimeter, was für einen englischen Langbogen eine brauchbare Orientierung ist. Wer es genau braucht, misst heute mit einer Standhöhenlehre vom tiefsten Punkt des Griffs rechtwinklig zur Sehne. Dieser Wert wird in Zoll oder Zentimetern angegeben und ist beim Bogen Teil der Herstellerangaben.
Warum der Wert mehr ist als Folklore
Ändert sich die Fistmele, verändert sich das Schussverhalten. Ist sie zu niedrig, bleibt die Sehne länger am Pfeil und an der Hand, das Schussgeräusch steigt, die Treffer wandern. Ist sie zu hoch, verschenkt der Bogen Energie. Gute Bogenbauer geben deshalb einen Spielraum an, in dem das Gerät ruhig läuft.
- Sehne verdrehen verkürzt sie und erhöht die Standhöhe.
- Sehne aufdrehen verlängert sie und senkt die Standhöhe.
- Nach jeder Änderung Nockpunkt und Pfeilflug kontrollieren.
Im modernen Recurve-Sport sagt man fast nur noch Standhöhe. Der ältere Begriff bleibt dort lebendig, wo man Wert auf Tradition legt und den Bogen noch nach Gefühl einstellt. Wer einen alten Bogen oder ein Nachbau-Modell kauft, findet die Fistmele oft in der Beschreibung des Bogenbauers als Richtwert.
Quelle: Wikipedia – Bogen (Waffe) · Stand: Oktober 2026