Disziplinen

Scheibenschießen im Freien

Kurz eingeordnet: Das Scheibenschießen im Freien ist die Kerndisziplin des World-Archery-Sports: Recurve auf 70 m und 122-cm-Scheiben, Compound auf 50 m, gewertet mit zehn Ringen plus innerem X-Ring.

Steckbrief Scheibenschießen im Freien
RegelwerkWorld Archery (vormals FITA); in Deutschland Verbandsregeln
Olympische Distanz Recurve70 m
Scheibengrößen122 cm bei 70 m und 90 m; 80 cm bei 30 m und 50 m
WertungZehn Ringe (1 bis 10), innerer X-Ring als Stichentscheid
Frühere Rundenform (1440)Je drei Dutzend Pfeile auf 90, 70, 50 und 30 m (Herren)
DuellformOlympic Round mit direkten Begegnungen seit 1992
Blankbogen im FreienBis 50 m (laut Blankbogen-Beschreibung)

Von der Doppelrunde zum Duell

Scheibenschießen ist der Klassiker unter den Bogendisziplinen. Früher bestimmte die Doppelrunde über mehrere Distanzen das Ergebnis, bekannt als 1440-Runde: Herren schossen je drei Dutzend Pfeile auf 90, 70, 50 und 30 m. Heute entscheidet im olympischen Format nach einer Qualifikationsrunde die Duellform. Seit 1992 treten Schützen in direkten Begegnungen gegeneinander an, seit 2012 im Satzsystem. Unabhängig davon bleibt die Distanz im Wettkampf konstant bei 70 m, wenn es um den olympischen Recurve geht.

Der Reiz liegt in der Reproduzierbarkeit. Gleiche Scheibe, gleiche Entfernung, standardisierte Regeln: Jede Veränderung im Schussablauf zeigt sich im Trefferbild. Das macht die Disziplin zum Trainingsfeld für Technik, Atmung und Konzentration.

Ablauf auf dem Platz

Im Freien stehen Scheiben mit 122 cm Durchmesser bei 70 m und 90 m, mit 80 cm bei 30 m und 50 m. Die Scheibe hat zehn Ringe, die von außen nach innen von eins bis zehn zählen, dazu einen inneren X-Ring, der bei Gleichstand entscheidet. Die Pfeile werden in Passen geschossen; zwischen den Passen gehen die Schützen zur Scheibe, zählen und ziehen die Pfeile. Wind, Sonne und Temperatur beeinflussen die Flugbahn, deshalb lernen Schützen mit der Zeit, Visier und Standhöhe an die Bedingungen anzupassen.

Wichtig ist die Schießlinie: Ein Signal regelt, wann geschossen werden darf, und niemand betritt den Bereich vor der Linie, solange noch Pfeile unterwegs sind. Das gilt für Training wie Wettkampf.

Welche Bogenarten treten an

Der olympische Recurve mit Visier ist die Referenz, der Compound schießt nach World-Archery-Regeln im Freien auf kürzere Entfernung. Blankbogenschützen kommen nach der Beschreibung bis 50 m, in der Halle bis 18 m. Traditionelle Bögen sind meist in eigenen Klassen oder auf Feld- und 3D-Parcours zu Hause.

Wer neu startet, beginnt in der Regel mit kürzeren Distanzen und größeren Scheiben, etwa 18 m Hallendistanz und später 30 oder 50 m. Im Vergleich zur Halle fordert der Außenplatz mehr Wetterwissen, belohnt aber mit längeren Flugphasen und mehr Rhythmus. Mit dem Wechsel zwischen Halle (Winter) und Freiluft (Sommer) entsteht außerdem ein sauberer Jahresplan fürs Training.

Ein Wettkampftag im Freien beginnt mit Einschießen, Materialcheck und Windbeobachtung. Notiere Visiereinstellungen je Distanz in einem Trainingsbuch, damit du bei wechselnden Bedingungen schneller anpassen kannst.

Für wen passt das?

  • Du möchtest präzise und vergleichbar schießen, Saison für Saison
  • Du magst standardisierte Regeln und messbare Ringzahlen
  • Du planst, vom Training in die Wettkämpfe der Verbände zu wechseln