Kurz eingeordnet: Run-Archery verbindet Laufen und Bogenschießen: Auf 18 m geht es auf 16-cm-Ziele, jeder Fehlschuss kostet eine Strafrunde; Compound und Release sind ausgeschlossen.
| Format | Wechsel aus Laufrunden und Schießphasen, ähnlich dem Biathlon |
|---|---|
| Entstehung | 1990er-Jahre, durch europäische Bogenverbände entwickelt |
| Verband | Seit 2003 Disziplin von World Archery; Meisterschaften durch World Archery Europe |
| Individual 4K | 4 Runden à 1000 m |
| Individual Sprint | 3 Runden à 400 m |
| Ziele | 16 cm Durchmesser, Entfernung 18 m (±10 cm), Mitte ca. 105 cm über Boden |
| Strafrunde | Pro Fehlschuss eine Strafrunde, Kreis 3 m breit, max. 20 m Laufweg vom Schießplatz |
Entstehung und Verband
Run-Archery entwickelten europäische Bogenverbände in den 1990er-Jahren. Idee war eine Disziplin, die den Reiz von Biathlon mit dem Bogensport verbindet, im Sommer und ohne Schnee. 2003 wurde sie förmlich als Disziplin bei World Archery aufgenommen; die Meisterschaften richtet World Archery Europe aus. Die Regeln legen großen Wert auf Sicherheit, weil Läufer mit Bogen und Pfeilen unterwegs sind.
Ablauf, Distanzen und Ziele
Zwei Formate stehen im Mittelpunkt: Der Individual 4K besteht aus vier Runden à 1000 m, der Individual Sprint aus drei Runden à 400 m. Geschossen wird zwischen den Laufabschnitten. Die Ziele sind kreisrunde Flächen mit 16 cm Durchmesser, 18 m von der Schießlinie entfernt und im Mittel 105 cm über dem Boden; sie können als Klappscheibe oder Papierauflage ausgeführt sein. Jede Passe umfasst vier Pfeile, in Sprint-Formaten kommen bis zu zwei Reservepfeile hinzu, die nur bei noch stehenden Zielen genutzt werden.
Wer ein Ziel verfehlt, muss vor dem Weiterlaufen eine Strafrunde absolvieren: ein Kreis mit 3 m Breite, der nicht weiter als 20 m Laufweg vom Ausgang der Schießanlage entfernt liegt. Das entscheidet Rennen oft stärker als das reine Lauftempo.
Ausrüstung und Kategorien
Compoundbögen und Release sind verboten. Damit schießen Teilnehmer im Wesentlichen mit Recurve, oft ohne Visier; Zubehör darf vorn höchstens 10 cm über den Bogen hinausragen, Ausnahme ist die Rückenhalterung. Während des Laufens muss der Bogen in der Hand bleiben, Pfeile werden im Köcher auf dem Rücken getragen oder bleiben am Schießplatz. Gewertet wird in Kategorien nach Alter und Geschlecht: Cadet, Junior, Senior und Master, jeweils Frauen und Männer.
Im Vergleich zum Ski-Bogenschießen fehlt der Schnee, im Vergleich zum Feldbogenschießen das Gelände mit wechselnden Entfernungen. Dafür sind Laufleistung und Puls ein ständiger Faktor, der das Schießen fordert. Einsteiger beginnen mit kurzen Laufrunden und sauberem Bogenhandling, denn hektische Bewegung am Schießplatz ist sowohl für den Schuss als auch für die Sicherheit ungünstig.
Wer es ausprobieren möchte, sucht Vereine mit Run-Archery-Angebot oder Einsteigerturnieren. Dort wird der Aufbau erklärt, und Leihmaterial steht oft zur Verfügung.
Als Trainingsidee bietet sich ein Intervallprogramm an: kurze Läufe, direkt danach vier Pfeile auf 18 m. So lernst du, den Puls vor dem Schuss herunterzuregeln. Wer zusätzlich ein Visier verwendet, sollte es vorab mit den Regeln der Veranstaltung abgleichen.
Für wen passt das?
- Du läufst gern und suchst eine Sommer-Alternative zum Biathlon
- Du schießt Recurve ohne Release
- Du trainierst gern unter Pulsbelastung