Bogenarten

Jagdrecurve

Kurz eingeordnet: Der Jagdrecurve ist ein kurzer, traditioneller Recurve ohne Visier, oft einteilig; die Bezeichnung stammt aus dem angloamerikanischen Raum, im Sport geht es um Feld, 3D und Parcours.

Steckbrief Jagdrecurve
BauartRecurve mit zurückgebogenen Wurfarmen; ältere Modelle und manche Traditionsbögen einteilig
GegenstückModernes Take-down-Recurve mit Wechselwurfarmen
VisierNein
ZielmethodeInstinktiv oder Gap-Shooting
Einordnung im SportJe nach Regelwerk Barebow, Traditional oder Sonderklasse
SporteinsatzFeldbogen und 3D-Parcours (Sportnutzung)
Distanzen 3D (WA)Barebow/Longbow/Traditional max. 30 m, min. 5 m

Name und Herkunft der Bauart

Der Begriff Jagdrecurve ist ein Handelsname für eine Bauform, nicht für eine Regelklasse. Gemeint ist ein vergleichsweise kurzer Recurve, dessen Wurfarme sich zum Bogenende nach vorn krümmen und der ohne Visier und Stabilisatoren geschossen wird. Die Bezeichnung stammt aus dem angloamerikanischen Sprachraum, wo solche Bögen traditionell in der Bogenjagd verwendet werden. Auf dieser Seite geht es ausschließlich um die Nutzung im Sport: Feldbogen, 3D-Parcours und freies Training auf geeigneten Plätzen.

Recurve-Wurfarme sind ein altes Prinzip. Sie verbreiteten sich in Asien und Nordafrika und speichern bei gleicher Länge mehr Energie als gerade Wurfarme. Ältere Recurves und manche Traditionsbögen sind einteilig, moderne Sportbögen sind meist Take-down-Systeme mit abnehmbaren Wurfarmen.

Merkmale im Schießalltag

Charakteristisch ist die kompakte Bauweise: ein kurzer Bogen lässt sich leichter durch Unterholz und Parcours führen. Der Nachteil liegt im Handling. Wer kurze Bögen zieht, sitzt stärker im Fingerdruck, die Sehne läuft in einem spitzeren Winkel, und die Pfeilauflage verlangt eine genaue Abstimmung. Üblicherweise wird mit Tab oder Handschuh geschossen, mit Pfeilen aus Holz oder Carbon; die Wahl des Spines hängt von Zuggewicht und Pfeillänge ab.

Gezielt wird nach Gefühl oder mit Gap-Shooting. In Turnieren auf 3D-Parcours liegen die Distanzen für Barebow-, Langbogen- und Traditional-Schützen zwischen 5 und 30 m, ohne dass die Entfernung vorher bekannt ist. Das trainiert Entfernungsschätzung und gleichmäßige Technik.

Einordnung und Abgrenzung

Gegenüber dem olympischen Recurve fehlen Visier, Klicker und Stabilisatoren, gegenüber dem Langbogen die gerade, lange Form. Je nach Veranstalter wird der Bogen als Barebow oder Traditional gewertet; Zubehör und Länge spielen eine Rolle, deshalb solltest du die Klassendefinition der Ausschreibung genau lesen.

In Deutschland nutzen Vereine Feld- und 3D-Parcours im Rahmen der geltenden Sicherheits- und Platzregeln. Wer mit einem eigenen Bogen auf einen Parcours geht, braucht in aller Regel eine Einweisung oder Mitgliedschaft. Für Einsteiger lohnt es sich, zunächst ein leichtes Modell auszuprobieren, bevor ein einteiliger Bogen angeschafft wird, der sich nicht mit anderen Wurfarmen nachrüsten lässt.

Prüfe vor jeder Nutzung Sehne, Nocken und Wurfarme auf Beschädigungen. Kurze Bögen reagieren empfindlich auf eine abgenutzte Sehne, weil die Belastung an den Enden höher ist. Ein sauberer Sehnenwachs-Pflegeplan verlängert die Haltbarkeit spürbar.

Für wen passt das?

  • Du magst kompakte, traditionelle Bögen ohne Visier
  • Du planst Feld- oder 3D-Parcours in den Klassen Barebow oder Traditional
  • Du bist bereit, Spine und Auflage genau abzustimmen